Zythos Business
Aktuelles

Einzelunternehmer oder SL? Wann sich der Schritt zur Kapitalgesellschaft wirklich lohnt

Zythos Business

Früher oder später stellt sie sich jeder Selbstständige, der ordentlich Umsatz macht: Lohnt sich für mich der Wechsel zur Sociedad Limitada (SL), der spanischen Form der GmbH? Es hält sich hartnäckig die Vorstellung, es gebe eine magische Umsatz- oder Gewinngrenze, ab der sich eine SL „auf jeden Fall lohnt“ – meist wird dabei eine Zahl um die 40.000 Euro Gewinn genannt. Die Realität ist differenzierter: Die Entscheidung hängt von der vergleichbaren Steuerlast ab, von Kosten, die die Gesellschaft mit sich bringt und in keinem schnellen Rechner auftauchen, sowie vom persönlichen und beruflichen Lebensentwurf jedes Einzelnen. Gehen wir der Reihe nach vor.

Einkommensteuer versus Körperschaftsteuer: der Vergleich, der wirklich zählt

Als Selbstständiger wird der Gewinn aus deiner Tätigkeit im Rahmen der spanischen Einkommensteuer (IRPF) zusammen mit deinen übrigen Einkünften in der allgemeinen Bemessungsgrundlage versteuert – nach einem progressiven Stufentarif, der in den oberen Bereichen 45 bis 47 % erreichen oder überschreiten kann (die Summe aus staatlichem und regionalem Anteil, die je nach Wohnsitz variiert). Je mehr du verdienst, desto höher ist der Grenzsteuersatz, der auf den letzten verdienten Euro angewendet wird.

Eine SL hingegen zahlt Körperschaftsteuer zu einem deutlich flacheren Satz: im Regelfall 25 %, mit ermäßigten Sätzen für neu gegründete Unternehmen oder kleinere Gesellschaften unter bestimmten Voraussetzungen und in bestimmten Geschäftsjahren. Genau darin liegt der Reiz: Bei hohem Gewinn fährt man mit einem festen Satz von rund 25 % meist besser als mit einem IRPF-Grenzsteuersatz, der immer weiter nach oben schießt.

Doch der Vergleich endet nicht hier, denn das Geld, das die Gesellschaft verdient, gehört nicht automatisch dir persönlich. Willst du es aus dem Unternehmen herausholen, um es privat auszugeben, musst du es dir entweder als Gehalt auszahlen (das wieder deiner persönlichen Einkommensteuer unterliegt und Sozialversicherungsbeiträge auslöst) oder als Dividende (die in der Sparbemessungsgrundlage besteuert wird, mit einem zusätzlichen Steuersatz auf das, was die Gesellschaft bereits versteuert hat). Die reale Steuerersparnis einer SL zeigt sich also nur, wenn ein Teil des Gewinns tatsächlich im Unternehmen verbleibt – reinvestiert oder als Rücklage – und nicht jedes Jahr vollständig entnommen wird.

Die versteckten Kosten einer SL-Gründung

Hier greifen viele Milchmädchenrechnungen zu kurz. Eine SL bringt Pflichten mit sich, die ein Selbstständiger in der direkten Gewinnermittlung nicht hat – und jede davon kostet Geld und Zeit:

Verpflichtende doppelte Buchführung mit offiziellen Geschäftsbüchern und jährlicher Offenlegung des Jahresabschlusses beim Handelsregister. Eine umfangreichere – und damit teurere – steuerliche Betreuung als bei einem Selbstständigen mit einfacher Gewinnermittlung. Die Gründung selbst vor dem Notar und die Eintragung ins Handelsregister, mit entsprechenden Kosten und Formalitäten. Gesellschaftsrechtliche Förmlichkeiten, sobald es mehrere Gesellschafter gibt: Versammlungen, Protokolle, mögliche Konflikte in der Geschäftsführung. Und eine Austrittsbarriere: Eine Gesellschaft aufzulösen oder zu liquidieren ist ein deutlich längerer und teurerer Verwaltungsprozess als die Abmeldung als Selbstständiger. Hinzu kommt: Wenn du Geschäftsführer und Mehrheitsgesellschafter bist, zahlst du weiterhin auf eigene Rechnung Beiträge im spanischen Selbstständigen-System (RETA) – ganz ähnlich wie zuvor. Die Ersparnis bei den Sozialversicherungsbeiträgen fällt also meist geringer aus, als man annimmt.

Gibt es wirklich eine Zahl, ab der sich der Schritt „lohnt“?

Die vielzitierte Schwelle „ab 40.000 Euro Gewinn lohnt es sich schon“ ist eine Vereinfachung, die entscheidende Variablen außer Acht lässt: Wie viel Geld musst du dir monatlich zum Leben entnehmen? Willst du Gewinne im Unternehmen reinvestieren? Planst du ein Projekt mit mehreren Gesellschaftern oder suchst du externe Finanzierung? Ist dir die Haftungsbeschränkung gegenüber deinem Privatvermögen wichtig? Oder zeichnet sich ein absehbares Wachstum ab, das eine robustere Struktur rechtfertigt? Zwei Unternehmen mit demselben Gewinn können zu entgegengesetzten Entscheidungen kommen, wenn das eine das gesamte Geld zum Leben braucht und das andere einen guten Teil im Unternehmen belassen kann.

Als grobe Orientierung, nicht mehr: Je größer der Gewinnanteil ist, den man sich leisten kann, im Unternehmen zu belassen, ohne ihn zu entnehmen, desto näher rückt der Zeitpunkt, den Wechsel ernsthaft in Betracht zu ziehen. Fließt dagegen fast der gesamte Gewinn Monat für Monat in deine eigene Tasche, gleichen sich IRPF und Körperschaftsteuer – nach Abzug der Mehrkosten einer SL – deutlich stärker an, als die magische Zahl verspricht.

Bei Zythos Business analysieren wir jeden Fall einzeln, anhand deiner realen Zahlen und deiner Lebenssituation, bevor wir einen Wechsel der Rechtsform empfehlen: Wir simulieren beide Szenarien, berechnen die tatsächlichen Kosten einer Gesellschaft und begleiten dich – ob du Selbstständiger bleibst oder dich für die Gründung einer SL entscheidest – mit einer Buchhaltung und Steuerplanung, die von Anfang an auf dem neuesten Stand ist.

Diskussion

Es gibt 0 Kommentare.